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Fragen und Antworten | FAQ

An dieser Stelle haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen und ausführlichen Erläuterungen zu den meisten Fragen rund um unser Projekt aufgelistet.

Wenn Sie dennoch weitere Informationen benötigen, so freuen wir uns über Ihre direkte Anfrage per E-Mail.

 

Was ist eine Erdgas- bzw. Erdöllagerstätte?

Eine Erdgas- bzw. Erdöllagerstätte ist eine Ansammlung von Gas oder Öl in Gesteinsschichten, deren Gewinnung sich wirtschaftlich lohnt.

Was bedeutet »Erlaubnisfeld für Kohlenwasserstoffe« genau?

Ein „Erlaubnisfeld für Kohlenwasserstoffe“ gibt dem Erlaubnisinhaber das alleinige Recht bergrechtliche Betriebspläne vorzulegen und dient somit lediglich als Schutz vor Konkurrenten. Es berechtigt nicht zu tatsächlichen Aufsuchungshandlungen, sondern gibt ihm aufgrund der nachzuweisenden Eignung (finanzielle, technische und formale Kriterien) das grundsätzliche Recht die Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen im zugesprochenen Erlaubnisfeld durchzuführen. Die Aufsuchungsarbeiten beschränken sich zunächst auf Datenerhebung und -auswertungen. Die Durchführung von konkreten Aufsuchungsmaßnahmen, wie zum Beispiel einer Bohrung, erfordert im Vorfeld ein umfangreiches bergrechtliches Genehmigungsverfahren mit Beteiligungsverfahren, bei dem die betroffenen Träger öffentlicher Belange (Gemeinden, Landkreise,etc.) beteiligt werden. Sollte die Aufsuchungsbohrung fündig sein, muss für eine Förderung von Kohlenwasserstoffen eine Bewilligung beantragt werden, die ebenfalls ein weiteres umfangreiches Genehmigungsverfahren mit einem Beteiligungsverfahren erfordert.

Was ist eine Aufsuchuchungsbohrung?

Eine Aufsuchungsbohrung (auch Explorations-, oder Erkundungsbohrung genannt) dient zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen (Erdöl, Erdgas). Wenn ausreichend Öl oder Gas gefunden wurde und eine Förderung sich als wirtschaftlich darstellt, kann ein Produktionsbetrieb aufgenommen werden.

Wie läuft eine Aufsuchungsbohrung ab?

Nach der Genehmigung durch die zuständige Bergbehörde wird ein Bohrplatz errichtet und das Bohrgerät aufgebaut. Nach den anschließenden Bohrarbeiten wird der Bohrturm wieder ab- und der Bohrplatz zurückgebaut. Die Fläche wird nach dem Rückbau wieder in den Ursprungszustand versetzt. Die Maßnahme nimmt insgesamt etwa 4 Monate in Anspruch.

Was ist das Ziel der Bohrung »Lüdersfeld 2«?

Bei der Bohrung Lüdersfeld 2 handelt es sich um eine Aufsuchungsbohrung. Dabei sollen die flözführenden  Schichten des Wealden, der sogenannte »Mittlere Wealden« sowie ein Teil des »Unteren Wealden« auf Methanvorkommen hin untersucht werden. Sollte die Bohrung fündig sein und sich eine Gasförderung als wirtschaftlich erweisen, ist es beabsichtigt, einen Produktionsbetrieb aufzunehmen.

Warum der Name »Lüdersfeld 2«?

Bohrungen werden üblicherweise nach Ortsnamen aus der TK25 benannt und zusätzlich chronologisch durchnummeriert. Im Rahmen des Steinkohlebergbaus Ende der 40er Jahre wurde bereits die Bohrung Lüdersfeld 1 zur Erkundung der Kohlevorkommen niedergebracht. Daher wird die geplante Bohrung Lüdersfeld 2 genannt.

Wie groß ist der Bohrplatz?

Der Bohrplatz hat die Größe von 3.600 m² mit Kantenlängen von 45 x 80 m

Wie hoch ist der Bohrturm und wie lange dauern die Bohrarbeiten?

Für die Dauer der Bohrarbeiten von etwa 6 bis 8 Wochen steht der 34 m hohe Bohrturm

Werden der Mensch, die Umwelt und das Landschaftsbild durch die Bohrung negativ beeinträchtigt?

Da der Bohrplatz auf einem Gewerbegebiet liegt, das zudem auch von Hecken umzäunt ist, wird das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt. Nur für die Dauer von etwa 6 bis 8 Wochen wir ein Bohrturm zu sehen sein.
Für die Dauer der Bohrzeit wird es einen geringen Anstieg der Geräuschbelastung geben, die jedoch innerhalb der einzuhaltenden Normen liegt.

Kommt bei der Bohrung Lüdersfeld 2 Fracking zum Einsatz?

Die LauenhagenGas GmbH schließt den Einsatz von Fracking grundsätzlich aus. Ein klarer Verzicht auf den Einsatz von Fracking-Technologien ist auch Teil des behördlich genehmigten Erlaubnisantrages für das Feld Lauenhagen sowie des Genehmigungsverfahrens für die Bohrung Lüdersfeld 2. Bei der Bohrung Lüdersfeld 2 sollen die natürlich vorkommenden Gaswegsamkeiten im Untergrund, die durch den Bergbau nachgewiesen sind, genutzt werden.

Wird das Grundwasser durch die Bohrung Lüdersfeld 2 beeinträchtigt?

Im Bereich der Bohrung sind keine durchgehenden, flächenhaft verbreiteten Grundwasserhorizonte vorhanden, was auch das Nichtvorhandensein von bewirtschafteten Hausbrunnen verdeutlicht. Des Weiteren zeigen Wasseranalysen aus dem ehemaligen Bergbau, dass es sich bei den Wässern im Untergrund um eine starke Sole handelt, die auch nicht als Trinkwasser nutzbar ist. Das Bohrloch wird nach dem Stand der Technik durch ein Stahlrohr und einen Zementverschluss über eine Bohrlochlänge von 580 m zum Gestein bzw. zu den wasserführenden Horizonten sicher abgedichtet, so dass eine Beeinträchtigung von Grundwasser verhindert wird.

Werden bei der Bohrung Lüdersfeld 2 Chemikalien eingesetzt?

Bei einer Bohrung wird eine sog. Bohrspülung verwendet, die im Bohrstrang nach unten zum Bohrmeißel gepumpt wird, um das durch die Bohrung entstandene „Bohrklein“ nach oben zu fördern, den Bohrmeißel zu kühlen und die Bohrlochwand zu stabilisieren. Die Bohrspülung bildet auch den sogenannten „Filterkuchen“, der die Bohrlochwand während des Bohrens abdichtet und so einen Flüssigkeitsaustausch zwischen dem Bohrloch und dem Untergrund verhindert. Die Bohrspülung besteht zu einem Großteil aus Wasser, dem Stoffe wie Tonminerale, Kreide, Stärke und Salze zugegeben werden. Diese Stoffe sind für die Gesundheit unbedenklich und werden z. T. sogar in der Lebensmittelindustrie verwendet. Die gleiche Bohrspülung wird ebenfalls für Brunnenbohrungen verwendet. Weitere Details siehe pdf-Dokument

Wird es durch die Bohrung Lüdersfeld 2 Erschütterungen an der Erdoberfläche geben?

Seismische Auswirkungen (Erdbeben) entstehen durch Veränderung der Spannungsverhältnisse im tieferen Untergrund. Dies kann beispielsweise durch eine zu schnelle Förderung von Erdgas oder Erdöl hervorgerufen werden.
Die Tiefe der vermuteten Lagerstätte bzw. des Zielhorizontes bei der Bohrung Lüdersfeld 2 liegt bei etwa –500 m unter NN. Der Druck, der in dieser Tiefe vorherrscht, ist zu gering, um bei einer möglichen Gasförderung die Gebirgsspannungsveränderungen hervorzurufen, die zu einem Erdbeben führen könnten. Zudem sind Erdbeben in diesem Raum weder durch die Abbautätigkeiten im Rahmen des ehemaligen Steinkohlenbergbaus Obernkirchen, noch durch die im Zuge des Bergbaus stattgefundene Erdgasförderung bekannt.

Was passiert mit den Materialien (Wasser, Gestein), die durch die Bohrung an die Oberfläche gelangen und ggf. verunreinigt oder belastet sind?

Material, das mit der Bohrung an die Oberfläche gelangt, wird aufgefangen, fachgerecht abtransportiert und entsorgt. Über die Mengen und die Zusammensetzung des Materials werden Nachweise geführt, wie auch über den Entsorgungsweg selbst.

Ist die Bohrung versichert?

Generell sind Risiken für Schäden durch das Bohrvorhaben nicht erkennbar bzw. werden von vorn herein durch die Organisation und Planung sowie bei der ordnungsgemäßen Durchführung der Bohrarbeit vermieden. Das gesamte Bohrvorhaben ist durch eine Betriebshaftpflicht-, Umwelthaftpflicht- und eine Umweltschadensversicherung ausreichend abgesichert. Das Bohrunternehmen wurde ebenfalls nur unter der Maßgabe beauftragt, dass ein Versicherungsschutz mit ausreichender Deckungssumme für einen eventuellen Schadensfall besteht.

Woher kommt das Wasser, das für die Bohrung benötigt wird?

Das Wasser wird mit Tankwagen angefahren. Der genaue Unterlieferant steht noch nicht fest.

Werden Grundwassermessungen durchgeführt, um gegebenenfalls Änderungen der Zusammensetzung erkennen zu können?

Die Bohrung wird in einem Bereich abgeteuft, in dem kein nutzbarer Grundwasserleiter vorhanden ist. Der Untergrund stellt einen Grundwassergeringleiter dar, der zudem eine starke Sole und somit kein Trinkwasser führt. Des Weiteren verhindert eine mehrfache Abdichtung durch Zementation und Verrohrung jeglichen Wasseraustausch zwischen dem Bohrloch und dem Untergrund.

Können Risiken für Anwohner durch Erdstöße oder Bodenabsenkungen entstehen?

Die Bohrung selbst ist ein so geringer Eingriff in den Untergrund, dass diese keine Erdstöße verursachen könnte. Während der Bohrarbeiten kann es lediglich im direkten Nahbereich der Bohrung (im Umkreis von wenigen Metern) zu geringen „Erschütterungen“ kommen – vergleichbar mit denen eines fahrenden LKWs. Auch Bodenabsenkungen sind ausgeschlossen, da diese nur entstehen können, wenn dem Untergrund große Massen entnommen werden, wie das z. B. bei einem groß angelegten Bergbau möglich ist oder bei langjähriger, intensiver Entnahme von Gas aus Porenlagerstätten. Sollte es zu einer Förderung von Gas bei der Bohrung Lüdersfeld 2 kommen, wird das Gas aus den nahezu senkrecht stehenden Klüften in einem festen Gestein gefördert werden, wodurch es zu keinen Absenkungen kommen kann.

Ist mit einer erhöhten Lärmbelästigung zu rechnen?

Während der Bohrarbeiten ist mit einem gering erhöhten Lärmaufkommen zu rechnen. Gemäß der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) liegen die einzuhaltenden Immissionsrichtwerte bei 45 dB(A) in der Nacht und bei 60 dB(A) tagsüber.

Wer steht in der Haftung, falls Schäden an Häusern auftreten sollten?

Sollten Schäden auftreten, gilt die Beweislastumkehr. D. h. der Unternehmer muss nachweisen, dass Schäden nicht durch die Bohrung verursacht wurden. Sollte dies jedoch der Fall sein, haftet der Unternehmer dafür.

Ist die Bohrung versichert?

Generell sind Risiken für Schäden durch das Bohrvorhaben nicht erkennbar bzw. werden von vorn herein durch die Organisation und Planung sowie bei ordnungsgemäßer Durchführung der Bohrarbeit vermieden. Das gesamte Bohrvorhaben ist durch eine Betriebshaftpflicht-, Umwelthaftpflicht- und eine Umweltschadensversicherung ausreichend abgesichert. Das Bohrunternehmen wurde ebenfalls nur unter der Maßgabe beauftragt, dass ein Versicherungsschutz mit ausreichender Deckungssumme für einen eventuellen Schadensfall besteht.

Wer haftet für Schäden, falls der Unternehmer insolvent geht?

Den Erhalt eines Erlaubnisfeldes setzt voraus, dass ein Unternehmen nachweislich finanziell abgesichert ist. Dazu wurde dem LBEG bei dem Erlaubnisantrag für das Feld „Lauenhagen“ eine Patronatserklärung vorgelegt, mit der die Muttergesellschaft Schmidt, Kranz und Co. GmbH versichert, in die Verbindlichkeiten der LauenhagenGas einzutreten.

Warum heißt die Bohrung Lüdersfeld 2?

Es gab bereits im Rahmen des ehemaligen Steinkohlenbergbaus eine Explorationsbohrung in diesem Bereich mit dem Namen Lüdersfeld 1. Es ist üblich die Bohrungen der Reihe nach durch zu nummerieren.

Wenn man im Bereich des Bergbaus bohrt, können dann Stoffe wie Quecksilber oder Arsen aus dem Boden nach oben gelangen und die Umwelt schädigen?

Bei der Bohrung Lüdersfeld 2 wird nicht in das ehemalige Grubengebäude gebohrt. Archivunterlagen lassen auch keine derartigen Stoffe vermuten. Alles, was über die Bohrung nach oben gelangt, wird analysiert und fachgerecht von qualifizierten Unternehmen entsorgt.

Wie viele weitere Bohrungen sind geplant?

Derzeit sind noch keine weiteren Bohrungen geplant, da erst das Ergebnis dieser Bohrung abgewartet werden muss. Sollte diese Bohrung erfolgreich sein, ist es möglich, dass weitere Bohrungen geplant werden. Für das Finden eines Standortes spielen jedoch sehr viele Faktoren eine Rolle wie die lagerstättengeologischen Verhältnisse und obertätige Restriktionen wie z. B. Naturschutzgebiete und Wasserschutzgebiete, die die Anzahl an möglichen Bohransatzpunkte auch eingrenzen.

Kann es durch die Bohrung zu Zusammenstürzen von Gebäuden an der Oberfläche kommen, wenn z. B. Hohlräume im Untergrund ausgesaugt werden oder Gas aus alten Strecken entnommen wird und sich dadurch der Boden senkt?

Im Untergrund bestehen keine derartigen Hohlräume. Der Untergrund besteht aus einem stabilen Gestein, das von meist senkrechten, feinen nur mm-großen Klüften durchzogen ist. Sollte Gas aus den Klüften strömen, kann es trotzdem zu keinen Senkungen kommen. Da das Gas nicht zur Stabilität des Untergrundes beiträgt, kann bei einer Gasentnahme aus dem Untergrund eine Senkung ausgeschlossen werden.

Welche Mengen an Lagerstättenwasser erwarten Sie und wo würde dies entsorgt werden?

Sollten große Mengen Wasser mit der Bohrung erschlossen werden, würde es wahrscheinlich zu keiner Förderung kommen. Wir möchten mit der Bohrung Gas und kein Wasser fördern. Geringe Mengen von Lagerstättenwasser können ggf. mit gefördert werden. Wenn dies der Fall ist, wird das Lagerstättenwasser übertage ordentlich aufgefangen, analysiert und anschließend fachgerecht von zertifizierten Unternehmen entsorgt.

Bei dem Projekt geht es letztendlich doch ums Geld verdienen. Was haben die Menschen, die im Umkreis der Bohrung wohnen, von diesem Projekt?

Sollte die Bohrung fündig sein, wird der Firmensitz nach Lüdersfeld verlegt. Dies wäre die logische Schlussfolgerung um eine sinnvolle Förderung aufzunehmen. In dem Fall wären entsprechende Steuerabgaben an die Gemeinde fällig.

Wie sieht es mit dem Stand der Genehmigungen aus?

Für die Bohrung wurden mehrere Betriebspläne eingereicht. Einige davon sind bereits genehmigt, andere sind noch in Bearbeitung beim LBEG. Der Rahmenbetriebsplan, Hauptbetriebsplan und Sonderbetriebsplan Bohrplatzbau wurden im Sommer 2016 eingereicht und im Herbst 2016 genehmigt. Die Sonderbetriebspläne „Niederbringung der Bohrung“ sowie „Abfallwirtschaft“ wurden Ende des Jahres 2016 eingereicht und liegen dem LBEG zur Bearbeitung vor.

Wie lange würde es dauern, bis eine Förderung stattfindet im Fall einer Fündigkeit?

Für eine Förderung wäre ein weiteres umfangreiches Genehmigungsverfahren inklusive einer erneuten Beteiligung der betroffenen Träger öffentlicher Belange nötig. Eine tatsächliche Förderung würde etwa ein Jahr nach einer fündigen Aufsuchungsbohrung stattfinden.

Warum sind sie davon überzeugt jetzt eine ausreichende Menge Gas vorzufinden?

Bereits während des Kohlebergbaus bis in die 60er-Jahre wurden in dem Bereich untertägig im Rahmen des Abbaus Gaszuflüsse registriert. Die Mengen waren so ergiebig, dass es sich sogar lohnte, das Gas gezielt zu fördern und über Tage zur Energiegewinnung zu nutzen. Als der Kohlebergbau schließen musste, wurde auch die Gasförderung eingestellt. Mit der beantragten Aufsuchungsbohrung möchte die LauenhagenGas GmbH prüfen, ob eine Wideraufnahme der Gasförderung wirtschaftlich machbar ist.

Ab welcher Menge Gas wäre eine Förderung wirtschaftlich?

Für die Planung müssen bestimmte Szenarien geprüft werden. Dabei geht es u.a. um Gasmengen, Druck und Temperaturannahmen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann die Frage nicht seriös beantwortet werden, ab wann eine Förderung sich lohnen würde. Da kommt es auf viele Faktoren an (Gaspreis, Gasqualität, Gasmenge, Absatzweg, Nutzung, Transportweg). Erst die konkreten Bohrergebnisse lassen eine Aussage treffen, ob eine wirtschaftliche Förderung möglich ist.